Der Schädel des Mangi Meli

Der Schädel des Mangi Meli
2018

Videoskulptur als Erinnerungsort in Berlin und Old Moshi

Chief Mangi Meli aus Moshi kämpfte am Fuße des Kilimanjaro gegen die deutsche Kolonialmacht. Im Jahr 1900 wurde er festgenommen und erhängt. Felix von Luschan sammelte damals menschliche Schädel aus aller Welt für das Völkerkundemuseum in Berlin. Für die "Rassenlehre" wurden sie vermessen und kategorisiert. Auch aus Moshi schickte ein Offizier der Schutztruppe Kisten mit Schädeln an ihn. Mangi Melis Nachfahren glauben, der Schädel befinde sich noch heute in einem deutschen Museum und fordern dessen Rückgabe.

Die Videoskulptur rekonstruiert die mögliche Reise des Schädels. Sie zeigt am Beispiel der historischen Persönlichkeiten Mangi Meli und Felix von Luschan die Verwicklung der Wissenschaft in die Kolonialherrschaft und deren Folgen für Heute. Das tansanisch-deutsche Projekt hält das Andenken an einen Widerstandskämpfer gegen die koloniale Unterdrückung lebendig und hinterfragt die Praktiken eines der führenden Anthropologen seiner Zeit.

Künstlerische Leitung, Konzeption, Texte, Animation  Konradin Kunze
Konzeption, Texte, Dramaturgie  Sarita Lydia Mamseri
Storyboard, Zeichnungen  Amani Abeid, Cloudy Chatanda
Sound Design  Dr. Andi Otto
Historische Beratung Dr. Holger Stoecker, Prof. Arnold Temu
Community Beratung, Organisation Old Moshi  Gabriel Mzei Orio
Animation  Sharron Mirsky
Stimmen  Nkwabi Elias Ng'hangasamala u.a.
Mit Unterstützung von  Isaria Anael Meli

Eine Flinn Works Produktion in Zusammenarbeit mit dem Ethnologischen Museum Berlin und dem Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik - Tieranatomisches Theater an der Humboldt-Universität zu Berlin. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, das Goethe-Institut Tansania und Between Bridges.

Oktober 2018-Januar 2019 Ausstellung in Berlin (TA T Humboldt-Universität zu Berlin)
ab Februar 2019 Ausstellung in Daressalam und Old Moshi

Presse

„Als Deutscher kann ich nichts aus einer afrikanischen Perspektive beschreiben“
Interview mit Konradin Kunze Goethe-Institut