Kosa La Vita - Revision

Kosa La Vita - Revision
2015

Kosa La Vita - Revision (Trailer)

Kosa La Vita - Revision 

Zum zweien Mal erhielten Flinn Works und Quartett PLUS 1 die Forschungsresidenz flausen (Theater wrede+).

Kosa La Vita - Revision war somit der zweite Schritt der im Rahmen musikalisch-dokumentarischen Forschung zum Stuttgarter FDLR-Kriegsverbrecherprozess. Die Standpunkte der am Prozess Beteiligten und die Reaktionen auf die Präsentation der ersten Forschungsergebnisse sind Anlass für eine dramaturgische Untersuchung: Wie kann die Meinungsbildung des Publikums durch Perspektivwechsel manipuliert, revidiert und in den Verlauf eines Abends integriert werden? Das Prinzip des thematischen Zooms wird weiter vertieft - vom globalen Anspruch des Prozesses bis zu Mikroübersetzungsprozessen einzelner Wörter. Eine intensivierte Zusammenarbeit mit dem Komponisten an sprachlich-musikalischen Übersetzungsprozessen führte zu einer dichteren Verzahnung von Musik und Szene.

Im Juli/August 2015 wurde die flausen Residenz im Theaterlabor Bielefeld angetreten.

Von und mit Konradin Kunze, Katharina Pfänder, Lisa Stepf, Sophia Stepf, Kathrina Hülsmann, Simon Zigah
Komposition Mathias Schubert
Mentor Hannes Seidl

 

Presse

Wrede selbst aber scheinen die Aus- und Aufbruchstendenzen wichtiger, das Wagnis und der Mut, etwas zu probieren: So kommt es, dass ein bereits im Vorjahr gefördertes Projekt 2015 erneut zur Residenz eingeladen ist, diesmal nach Bielefeld: "Was die vorhaben, das ist total wichtig", sagt Wrede, "aber auch so groß", sagt er, "viel zu groß, eigentlich", zumal das Kasseler Flinntheater und Quartett PLUS 1 aus Hannover zuvor noch nie zusammen gearbeitet haben."Kosa la Vita" lautet die Überschrift des Forschungsvorhabens, "das klingt so nett", klärt Wrede darüber auf, dass es in Wirklichkeit Kisuaheli sei und Kriegsverbrechen bedeutet. Die Gruppen lassen sich auf eine Recherche zu dem Prozess gegen Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni vorm Stuttgarter Oberlandesgericht ein, die von Baden-Württemberg aus per Handy und Internet Massaker im Kongo gelenkt haben sollen. Kein Mensch kann heute sagen, ob sich das mit Bühnenmitteln je sinnvoll erfassen lässt. Aber was wäre ein Theater, dass nicht einmal mehr die Möglichkeit erkundet? Dem bliebe "nur die Flucht in die Gefälligkeit", sagt Wrede. "Wenn man nicht mehr scheitern darf, dann ist die Kunst tot."
(Nachtkritik.de)