White Money (AT)

White Money (AT)
2021

White Money (Arbeitstitel)

Koloniale Kontinuitäten, aufgesetztes Lächeln, demütigende Visa-Interviews, falsche Freundschaften, frustrierende Probenprozesse, exotisierende (Selbst-)Darstellungen – das sind nur einige Begleiterscheinungen von 'White Money'. White Money als provokanter Begriff für europäische Kunst-und Kulturförderung schafft und verstärkt Schieflagen in der globalen Kunstproduktion. White Money beherrscht den Performing Arts Market und bestimmt, wie zeitgenössische Ästhetik aussieht. Kooperationen zwischen Kulturschaffenden im globalen Norden und globalen Süden sind ohne dieses Geld nicht denkbar. Kunstwerke und Performances aus dem globalen Süden werden mit White Money in den globalen Norden eingeladen oder in Auftrag gegeben. Dabei werden systemimmanent rassistische und (neo-)koloniale Strukturen fortgeschrieben. Diese ungewünschte Realität wird oft mit Begriffen wie 'Partnerschaft' und 'Augenhöhe' verschleiert. Wie alle transnational agierenden Künstler*innen, Kurator*innen, Produzent*innen, Förderer und Jurys ist Flinn Works Teil dieses Systems. Mit dem Performing Arts Lab „White Money“ holt Flinn Works das Thema auf die Bühne. Wir forschen theoretisch und künstlerisch mit Kolleg*innen aus dem globalen Süden zu diesem Komplex: Zunächst in einem Online-Lab , dann in einer individuellen Arbeitsphase und abschließend in einer gemeinsamen Präsentation in Berlin. Alle Teilnehmenden können dabei auf langjährige individuelle Erfahrungen mit 'White Money' zurückgreifen. Zudem versucht das Projekt, die Grenzen der Förderstrukturen so weit wie möglich auszudehnen, damit die Teilnehmenden selbst über die Aufteilung und Verwendung der Projektgelder entscheiden können. Denn auch dieses Projekt wird mit weißem Geld finanziert.

Von und mit: Aderemi Adegbite (Lagos), Nora Amin (Kairo/Berlin), Rehema Chachage (Dar es Salam/Vienna), Anuja Goshalkar (Bangalore), Konradin Kunze (Berlin), Abhishek Thapar (Amsterdam/Pune), Azade Shamiri (Teheran), Sophia Stepf (Berlin)

Assistenz: Elisabeth Mascha

Assistenz Lab: Johanna Weisheit

Management: Gustavo Fijalkow

Premiere: 18.11.2021 (und 19.-21.11.2021) Sophiensaele Berlin

Eine Produktion von Flinn Works.
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.